Mitgliederprojekt Indonesien

Kooperation mit FORTASBI in Zusammenarbeit mit den indonesischen NGOs Setara-Jambi und CAPPA, sowie Koltiva

Auf einen Blick

  • Wann

    März 2022 bis Februar 2023 (Phase 1) · September 2023 bis September 2024 (Phase 2)

  • Wer

    Kooperation mit FORTASBI in Zusammenarbeit mit den indonesischen NGOs Setara-Jambi und CAPPA
    Einbindung von Koltiva in Phase 2

  • Wo

    Tanjung Jabung Barat und Tebu (Pufferzone zum Bukit Tiga Puluh Nationalpark), Jambi, Sumatra, Indonesien

Projektpartner

  • FORTASBI

    Kleinbauerngruppen und lokale NGOs gründeten 2014 das indonesische Palmölforum FORTASBI mit dem Ziel, Kultur und Praxis des ökologisch und sozial verträglicheren Ölpalmenanbaus bei unabhängigen Kleinbäuer*innen in Indonesien zu fördern. Konkret unterstützt das Forum Kleinproduzierende beim Erhalt von Zertifizierungen, verknüpft sie mit Märkten und hilft dabei ihre Produktivität und ihren Lebensunterhalt zu steigern.

  • CAPPA

    Die Organisation Yayasan CAPPA bemüht sich um die ökologisch und sozial verträglichere wirtschaftliche Nutzung natürlicher Waldressourcen auf Grundlage von Multi-Stakeholder-Prozessen und einer Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen. Dialogaktivitäten, Konfliktlösung, Netzwerkstärkung und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften und ihrer Wirtschaft gehören zu den Aktivitäten von CAPPA.

  • SETARA Jambi

    Yayasan SETARA entstand 2007 aus der wachsenden Sorge über die zunehmende Ausdehnung konventioneller Ölpalmenplantagen in der Jambi-Provinz. Die Organisation arbeitete deshalb an der Förderung von ökologisch und sozial verträglicherem Palmöl in verschiedenen Regionen Sumatras, indem sie sich nicht nur auf Zertifizierung konzentriert, sondern auch Produzierende mit Schulungen zu guter landwirtschaftlicher Praxis unterstützt haben.

  • Koltiva

    Koltiva ist ein führendes Technologieunternehmen für den Aufbau transparenter Lieferketten. Das Unternehmen unterstützt Firmen und ihre Zulieferer mit menschenzentrierter Technologie und praktischen Lösungen bei der Anpassung an sich verändernde Vorschriften und der Erfüllung der Verbrauchernachfrage weltweit.

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Mehr Informationen

Von nachhaltigem Palmöl zu nachhaltigen Landschaften

"Von nachhaltigem Palmöl zu nachhaltigen Landschaften: Der nächste Schritt für Produktion, Naturschutz und mehr Teilhabe"

In Kooperation mit dem indonesischen Palmölforum für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern FORTASBI und den indonesischen NGOs Setara-Jambi und CAPPA haben sich 27 FONAP-Mitglieder freiwillig am Pilotprojekt im größten Palmöl-Produktionsland beteiligt.

Das Pilotprojekt hat Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dabei unterstützt, nachhaltiger zu wirtschaften. Von September 2023 bis September 2024 befand es sich in der zweiten Projektphase und baute auf den Erfolgen des Vorjahres auf. Von Tanjung Jabung Barat wächst es außerdem in den Nachbardistrikt Tebo. Das Projekt verfolgte dabei vor allem ökologische, aber auch soziale Ziele.

Kooperativen engagierten sich für Wiederaufforstung

Die Projektregion befindet sich in der Pufferzone zum Bukit Tiga Puluh Nationalpark. Waldbrände haben dort 2017 und 2018 Verwüstung angerichtet. Drei Kooperativen wollten dazu beitragen, ihn auf einer Fläche von 17 Hektar wieder instand zu setzen. Dazu pflanzten sie Nutzpflanzen wie Lichtnussbäume. Auch Kaffee kann im Schatten von Regenwaldbäumen gut gedeihen. Die Idee dahinter heißt soziale Forstwirtschaft: Nicht nur der Wald, sondern auch die Kleinbäuerinnen und -bauern sollten davon profitieren.

In der ersten Projektphase hatten die Pflanzungen bereits begonnen. In der zweiten Phase erhielten die Gruppen Unterstützung bei der Professionalisierung. So sollte sichergestellt werden, dass die Setzlinge gut gepflegt werden und die Mitglieder der Gruppen auch tatsächlich ihr Einkommen steigern können.

Frauengruppen betreiben Baumschulen

Um den Wald durch soziale Forstwirtschaft wieder in Stand zu setzen, brauchten die Kleinbäuerinnen und -bauern Setzlinge. In der ersten Projektphase haben Frauengruppen mit insgesamt 70 Mitgliedern drei Baumschulen aufgesetzt. Sie verkauften u.a. junge Kaffeepflanzen und Lichtnussbäume an die Kleinbauerngruppen und auf nahegelegenen Märkten.

Die zweite Phase sollte es ermöglichen, dass sie daraus ein dauerhaftes Einkommen beziehen. Mit Unterstützung des Projekts haben die Frauen beispielsweise Business Pläne aufgestellt und sich offiziell registriert. Außerdem wurde die Kooperation zwischen den Frauengruppen und den Kleinbauerngruppen gestärkt.

Dörfer engagierten sich für Flussschutz

Durch das Projektgebiet fließt der Fluss Pengabuan. An den Ufern hatten fünf Dörfer damit begonnen, Schutzzonen und grüne Pufferstreifen anzulegen. Unter anderem wollten sie langfristig den Anteil an Ölpalmen verringern, die bis an das Ufer reichen. Im Rahmen des traditionellen Lubuk Larangan-Konzepts regulierten sie in einem 4,5 Kilometer langen Flussabschnitt außerdem den Fischfang. Zehn Dörfer hatten zudem die River Watch Community KOMPAS gegründet. Darin sind besonders Jugendliche aktiv.

In der zweiten Projektphase wurden sechs weitere Dörfer ins Boot geholt: drei in Tanjung Jabung Barat und drei in Tebo.

Ölpalmen-Kleinerzeugende nutzten Methoden der regenerativen Landwirtschaft

536 RSPO-zertifizierte Kleinbäuer*innen und -bauern haben in der ersten Phase Schulungen zu Praktiken der regenerativen Landwirtschaft erhalten – Fokus: Bodenfruchtbarkeit. Dort lernten sie beispielsweise, wie man konventionellen durch biologischen Dünger ersetzt. Statt teure Chemikalien zu kaufen, können sie Materialien verwenden, die vor Ort oft schon vorhanden sind, etwa Ziegenurin oder leere Fruchtbüschel. Das verbessert die Bodenfruchtbarkeit und so langfristig das Wachstum der Palmen und schließlich auch die Erträge. Auf Demonstrationsplantagen setzten Kleinbäuerinnen und -bauern die Konzepte in die Tat um.

In der zweiten Projektphase gingen die Schulungen weiter: Neben Kleinbäuerinnen und -bauern in Tanjung Jabung Barat erhielten 200 Erzeugerinnen und Erzeuger in Tebo Trainings für resilientere Anbaumethoden.

Projektpartner erfassten GPS-Daten

Setara Jambi sammelte außerdem Informationen über Anbauende in ihren Projektregionen. Für die Auswertung fehlten jedoch die Werkzeuge. Um das zu ändern, kam in der zweiten Phase Koltiva mit ins Boot, ein Kooperationspartner aus dem abgeschlossenen Mitgliederprojekt in Malaysia. Mit dem DSGVO-konformen System KoltiTrace wurden im Rahmen des Projektes GPS-Daten der Kleinbäuerinnen und -bauern erfasst. Das half nicht nur bei der Planung künftiger Interventionen, sondern vereinfachte auch die Rückverfolgung des produzierten Palmöls. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Erfüllung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und damit den Marktzugang in Europa.

Mehr Videos aus dem Projekt finden Sie auf unserem