FONAP Netzwerkprojekt

Kooperation mit Wild Asia

  • Wann

    April 2025 bis Dezember 2025 (Pilotphase)

  • Wer

    Kooperation mit Wild Asia, einem Sozialunternehmen mit Sitz in Malaysia

  • Wo

    Forschungsgebiete: Malaysia, Indonesien, Guatemala

Collective Intel for Good:

Collective Intel for Human Rights Due Diligence
Im April 2025 initiiert, vereint das FONAP-Mitgliederprojekt „Collective Intel for Good“ Wissen, Praxiserkenntnisse und partnerschaftliche Zusammenarbeit, um Risiken im Bereich Menschenrechte in der Palmölproduktion aufzudecken und anzugehen. Unter der Leitung des FONAP-Mitglieds Wild Asia konzentriert sich das Projekt auf drei der weltweit größten Palmöl produzierenden Länder mit dem Ziel, ein tieferes, praxisnahes Verständnis für systemische soziale Herausforderungen zu gewinnen.

Forschungsgebiete des FONAP Netzwerkprojekts

Stimmen vor Ort Gehör verschaffen

Das zentrale Ziel des Projekts ist es, die Lebensrealitäten von Kleinerzeugenden, Plantagenarbeiter*innen und indigenen Gemeinschaften sichtbar zu machen – Gruppen, die oft am stärksten von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind, aber nur selten die Möglichkeit haben, gehört zu werden. Durch lokale Konsultationen, die Dokumentation von Missbrauchsfällen und kontextuelle Analysen will das Projekt die Lücke zwischen Herausforderungen im Ursprung und Verantwortung entlang der Lieferkette schließen.

Wissenslücken schließen

Soziale Risiken wie Landkonflikte, ausbeuterische Arbeitsbedingungen, geschlechtsspezifische Gewalt und die Vertreibung von Gemeinschaften sind in wichtigen Produktionsregionen weiterhin verbreitet. Die Komplexität und Intransparenz der Palmöllieferketten führen häufig dazu, dass diese Informationen Unternehmen, Regulierungsbehörden und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen entlang der Lieferkette nur verzögert oder gar nicht erreichen. Das Projekt erkennt an, dass bestehende Strategien zur Risikominderung häufig nicht ausreichen – sie sind zu weit von den Realitäten vor Ort entfernt, zu theoretisch oder ohne Einbeziehung der Perspektiven der am stärksten Betroffenen entwickelt.

Hin zu umsetzbarer Sorgfaltspflicht

Durch die Entstehung kollektiver Intelligenz – also gemeinsam aufgebautem Wissen auf Basis von Zusammenarbeit, Vertrauen und einem noch aufzubauenden Dialog mit betroffenen Gemeinschaften – unterstützt dieses Projekt FONAP-Mitglieder dabei, besser zu verstehen, wo und wie gehandelt werden muss. Durch „Collective Intel for Good“ wird der Dialog zwischen Unternehmen gefördert. Es ensteht Austausch zu ihrer Rolle bei der Minderung dieser Risiken und auch darüber, wie verantwortungsbewusste Beschaffung über reine Compliance hinausgehen und echte Verantwortung sowie den Dialog mit Akteur*innen an vorderster Front einschließen kann.

Gemeinsam wollen wir so die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht zu einer inklusiveren, fundierteren und wirkungsvolleren Praxis weiterentwickeln – einer Praxis, die auf den Realitäten derjenigen basiert, die im Zentrum der Palmölproduktion stehen.

Die Pilotphase dieses Mitgliederprojekts ist für neun Monate angesetzt und wird von einer gründlichen Evaluierung begleitet, um Wirkung und nächste Schritte zu bewerten. Durch mehr Transparenz und Verantwortlichkeit entlang der gesamten Palmöllieferkette wollen FONAP und seine Partner nachhaltige, wirksame Verbesserungen der Menschenrechte in der Branche vorantreiben.