„Von nachhaltigem Palmöl zu nachhaltigen Landschaften“ – mit diesem Titel startete FONAP im März des Jahres 2022 seine Zusammenarbeit mit dem indonesischen Palmölforum FORTASBI und den lokalen NGOs CAPPA und Setara Jambi in Jambi, Sumatra. Das FONAP-Mitgliederprojekt unterstützte vor Ort Kleinerzeugende in der Palmölproduktion, bei der Umstellung auf nachhaltige Anbaumethoden und leistete einen Beitrag zur Wiederaufforstung und dem Gewässerschutz. Die Projektregion lag in der Pufferzone des Bukit-Tiga-Puluh-Nationalparks auf Sumatra, einem wichtigen Schutzgebiet für bedrohte Tierarten wie den Sumatra-Orang-Utan. Im September 2024 wurde das von FONAP initiierte Projekt erfolgreich abgeschlossen.
Stärkung lokaler Gemeinschaften und Schutz von Gewässern und Landschaft
Nach Beendigung der ersten Projektphase im März 2023, ging das Projekt nach einer Übergangsphase im September 2023 mit dem weiteren Kooperationspartner KOLTIVA in eine zweite Phase über. Im Rahmen des Projekts förderte FONAP nachhaltiges Landschaftsmanagement durch soziale Forstwirtschaft. Auf einer Fläche von 17 Hektar pflanzten Kleinerzeugende Nutzpflanzen, die sowohl zur Wiederaufforstung beitragen als auch wirtschaftlichen Nutzen bieten sollen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, langfristig die Einkommensmöglichkeiten der beteiligten Kleinerzeugenden zu verbessern. In der zweiten Phase des Projekts erhielten 107 Kleinerzeugende Schulungen zur Entwicklung von Kapazitäten in Organisation und Planung. Insgesamt wurden im Rahmen der Renaturierung über 2.000 Setzlinge von Kaffee- und Lichtnussbäumen sowie rund 200 Obstbäume gepflanzt.

Um Frauen bei ihrer Erwerbstätigkeit zu fördern, wurden in der ersten Projektphase drei Frauengruppen bei der Gründung und dem Aufbau von Baumschulen unterstützt. Die von ihnen herangezogenen Pflanzen wurden im Rahmen des Projekts für Renaturierung von Wald und Uferzonen genutzt und dienten zugleich als Einkommensquelle. Insgesamt waren 70 Frauen am Aufbau der Baumschulen beteiligt. Im April 2024 gründeten die Frauen mit Unterstützung des Projekts eine frauengeführte Kooperative, die durch Trainings und Beratungen bei der Entwicklung ihrer Organisationsstrukturen gestärkt wurde.
Auch das nachhaltige Management von Gewässern war ein zentraler Bestandteil des Projekts. Zum Schutz von Flüssen und Uferzonen wurden am Fluss Pengabuan grüne Pufferstreifen angelegt, um den Anbau von Ölpalmen bis an die Uferlinie zu verringern. Mit der traditionellen Methode „Lubuk Larangan“ regulierten Dorfgemeinschaften den Fischfang in ausgewiesenen Schutzzonen. In der zweiten Phase verpflichteten sich drei weitere Dörfer zu dieser Methode, und eine Studie zu Wasserqualität und den Auswirkungen von „Lubuk Larangan“ wurde erfolgreich durchgeführt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Einbindung von Jugendlichen in die Schutzmaßnahmen.

Des Weiteren führte das Projekt Schulungen durch, die Kleinerzeugenden Ansätze der regenerativen Landwirtschaft näherbrachten. Dazu zählten etwa das Herstellen und die Nutzung biologischer Düngemittel. In der ersten Phase nahmen 536 Kleinerzeugende aus RSPO-zertifizierten Kooperativen teil, in der zweiten Phase weitere 200 Teilnehmende aus dem Distrikt Tebo. Die Übernahmerate dieser Praktiken lag zum Abschluss des Projekts bei 42 %.

Ein neuer Fokus der zweiten Phase lag auf der Erfassung von GPS- und Polygondaten und Profilen von Kleinerzeugenden in der Projektregion. Dafür kooperierten die Durchführungsorganisationen mit der Organisation KOLTIVA. Geolokalisierungsdaten verbessern die Rückverfolgbarkeit und sind grundlegend für Zertifizierung und internationale Regulierungen, wie die EU-Verordnung für entwaldungsfreien Produkte (EUDR). Das Projekt ermöglichte die Erfassung von GPS- und Polygondaten von etwa 1.350 Kleinerzeugenden in zwei Projektdistrikten.
Ausblick
Das Projekt wurde durch Mitgliederbeiträge finanziert, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in gleicher Höhe ergänzt wurden. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts setzt FONAP ein starkes Zeichen für nachhaltige Palmölproduktion und den Schutz der Landschaften in Indonesien. Wir danken unseren Projektpartnern vor Ort für die gute Zusammenarbeit.
Bei unserem Einsatz für nachhaltige Palmöllieferketten legen wir großen Wert auf das direkte Engagement in den Produktionsländern mit besonderem Fokus auf Kleinerzeugende. Deshalb setzen wir unsere Aktivitäten über dieses Projekt hinaus fort und haben bereits neue Vorhaben mit Wild Asia in Malaysia und darüber hinaus in Planung, die eine enge Zusammenarbeit mit Akteuren am Anfang der Lieferkette fördern, um langfristige, nachhaltige Veränderungen zu erzielen. Die Zusammenarbeit mit Wild Asia führt FONAP zurück zu einem Partner, mit dem die Multiakteurspartnerschaft bereits in den Jahren 2018 bis 2021 erfolgreich zusammengearbeitet hatte und der überdies für den Knowhow-Transfer zu regenerativen Praktiken im FONAP-Projekt in Indonesien zentrale Beiträge leistete.
